Psychophysiologische Diagnostik

Psychophysiologische Diagnostik steht am Anfang jeder Biofeedback-Behandlung, kann aber auch als Einzelleistung in Anspruch genommen werden. Dabei wird die Reaktion des Körpers auf unterschiedliche, vorwiegend psychische Stressoren erfasst. Die individuelle Art, auf Stress zu reagieren, kann ebenso bestimmt werden wie die Ursache verschiedener psychosomatischer Störungsbilder.

Primär dient die psychophysiologische Diagnostik dazu, jene körperlichen Systeme zu identifizieren, die ursächlich mit den Beschwerden im Zusammenhang stehen. Das kann etwa die Atmung, die Muskelspannung in einer bestimmten Körperregion, die Durchblutung, die Herztätigkeit und die Herzfrequenzvariabilität sein. Eine erhöhte oder verminderte Aktivität in einen dieser Bereiche kann ein Hinweis auf eine Störung sein. 

Zusätzlich können in der Praxis  verschiedene Reaktionstypen unterschieden werden:

Der  Erwartungstyp mobilisiert im Vorfeld von schwierigen Situationen Energie, insbesondere dann, wenn dieser Situation unbekannt sind. Obwohl es von Vorteil ist, sich auf schwierige Situationen mental vorzubereiten, kann das auch zu einem Übermaß an Erregung führen und einen unnötigen Energieeinsatz bedeuten.

Der Ankündigungsreaktive mobilisiert viel Energie bei der Ankündigung einer Aufgabe. Durch die erhöhte Aktivierung ist es möglich, rasch auf Anforderungen reagieren. Allerdings kann eine unnötig hohe Erregung die Leistungsfähigkeit vorzeitig erschöpfen oder diese einschränken.

Beim Schreckreizreaktiven wird Energie durch intensive Reize mobilisiert, wodurch auch die Aufmerksamkeit verstärkt der Umwelt zugewandt wird. In reizintensiven Umgebungen besteht eventuell die Gefahr, rasch zu ermüden.

Der wenig Reaktive zeigt nur wenig Reaktion auf Anforderungen der Umwelt. Das Erregungsniveau bleibt stabil. Manchmal entspricht jedoch das Energieniveau nicht den geforderten Aufgaben, was sich in Müdigkeit oder Antriebslosigkeit äußern kann.

Der  Reaktive mobilisiert bei Anforderungen oder Reizen Energie. Er/sie ist dadurch in entsprechenden Situationen leistungsfähig. Allerdings kann eine übermäßige Erregung auch vorzeitig erschöpfen und die Leistungsfähigkeit einschränken.

Dem  Entspannungstyp gelingt es trotz Anforderungen gut, Ruhe zu bewahren und sich wieder rasch zu entspannen. Dadurch ist es möglich, die Energie zu erhalten und erholt zu bleiben. Es besteht eine natürliche (oder erworbene?) Gabe der Entspannungsfähigkeit.

 

 

 

 

 

 

 

 
 
Dr. Gerhard Blasche

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